Übersetzen mit Fingerspitzengefühl: Die Kunst der kulturellen Anpassung

Hallo zusammen!

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie faszinierend es ist, wenn Wörter und Sätze über kulturelle Grenzen hinweg tanzen? Übersetzer sind wie kulturelle Botschafter, die Brücken zwischen verschiedenen Welten bauen. Heute werfen wir einen Blick auf die Kunst der Übersetzung und entdecken die faszinierende Welt kultureller Nuancen.

1. Sprachliche Jonglage mit kulturellen Feinheiten

Das Übersetzen gleicht einer kunstvollen Jonglage, bei der nicht nur die Wörter, sondern auch die kulturellen Feinheiten berücksichtigt werden müssen. Ein Beispiel hierfür wäre der Ausdruck „It’s raining cats and dogs“ im Englischen, der auf Schweizerdeutsch zu „Es schüttet wie us Chübel“ wird. Diese bildhafte Auswahl der Wörter schafft eine einzigartige Atmosphäre und vermittelt nicht nur den Inhalt, sondern auch den kulturellen Kontext.

2. Die chamäleongleiche Kunst der Lokalisierung

Lokalisierung gilt als eine der anspruchsvollsten Herausforderungen für Übersetzer. In dieser Rolle gleichen sie eher Chamäleons, die sich geschmeidig an die Zielsprache anpassen und sicherstellen müssen, dass der Text nicht nur übersetzt, sondern auch harmonisch in die lokale Kultur eingebettet wird. Ein hervorragendes Beispiel sind Sprichwörter. – wie etwa die französische Redewendung „C’est la fin des haricots“. Sie zu übersetzen ist immer eine Herausforderung. Die wörtliche Übersetzung „Das ist das Ende der Bohnen“ ergibt hier keinerlei Sinn. In einer Lokalisierung könnte der Ausdruck zu einer adäquaten deutschen Entsprechung wie «Jetzt ist alles aus!“ «Alles im Eimer!» werden. Im Französischen wollte man mit den zur Neige gehenden Bohnen – einem Grundnahrungsmittel – eine überaus kritische Lage zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig findet man dafür aber auch Übersetzungen wie: «Da hört sich doch alles auf!» «Jetzt ist Schluss mit lustig!» «Jetzt schlägt’s aber 13!», die in eine etwas andere Richtung gehen – ein nuanciertes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, den Kontext bei der Sprachanpassung zu berücksichtigen, auch zusätzlich meist auch noch auf regionale Gepflogenheiten (norddeutsch / süddeutsch / schweizerdeutsch) Rücksicht genommen werden muss.

Weitaus komplizierter wird es, wenn es um länderspezifische (Rechts- oder Sozial-)Systeme geht, wie etwa der bundesdeutsche Begriff „Rentenversicherung“ deutlich macht. Dieses Wort, so scheinbar einfach, wird in der Schweiz in Fachtexten üblicherweise zur „Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)“

Doch wenn man z. B. einen allgemein gehaltenen Text eines Schweizer Kunden für Deutschland übersetzt, spricht man auch eher von „Rentenversicherung“.

3. Wagt sich jemand auf das Terrain des Dialekts?

Die Verwendung von Dialekten in Übersetzungen gleicht einem Abenteuer auf dünnem Eis, denn es erfordert Geschick und Fingerspitzengefühl. Der Dialekt bringt nicht nur lokale Akzente, sondern auch die spezifische Geschichte und Identität der Region mit in die Übersetzung. So könnte der Satz «Er erblickte als «Bueb» von Emma und «em Chemifägerfuns» Alfons das Licht der Welt» (also als Sohn der Emma und des Kaminfegers Alfons) selbst bei deutschen Muttersprachlern für Stirnrunzeln sorgen. Wenn man nicht gerade aus der Gegend stammt, können Dialektausdrücke zu allerlei Unverständnis und Missverständnissen führen. Mitunter ist der eine oder andere Begriff schon in der benachbarten Region nicht mehr verständlich.

4. Kulturelle Fallstricke und Herausforderungen meistern

Doch nicht nur kulturelle Eigenheiten stellen den Übersetzer vor eine Vielzahl von Herausforderungen, denn hinzu kommt noch die Berücksichtigung der internen Terminologie des Kunden. Um dies zu meistern, nutzen wir fortschrittliche Werkzeuge wie Glossare, die in CAT-Tools integriert sind, um die vom Kunden festgelegte Terminologie und Sprachwahl genau einzuhalten. Dies ist entscheidend, um ein starkes und einheitliches Markenimage in allen Sprachen zu wahren.

Der Einsatz von kundeninternen Glossaren ermöglicht es uns, nicht nur die kulturellen Nuancen zu berücksichtigen, sondern auch die spezifische Sprachprägung des Kunden zu reflektieren. So können wir eine konsistente und präzise Kommunikation sicherstellen, die das gewünschte Markenimage in unterschiedlichen Kulturen unterstützt.

5. Kreativer Einsatz von kulturellen Anspielungen

Letztendlich sind Übersetzer bei weitem nicht nur Sprachkünstler, sondern auch kreative Denker. Der einfallsreiche Einsatz von kulturellen Anspielungen und die Anwendung der internen Terminologie des Kunden können gemeinsam eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen. Es geht immer darum, nicht nur den Text zu übertragen, sondern auch die kulturellen Referenzen so zu integrieren, dass sie im Zielkontext verstanden und geschätzt werden.

In einer Welt, in der die Grenzen der Sprache keine Grenzen mehr sind, tanzen Übersetzer weiterhin den Tango der kulturellen Vielfalt. Sie bringen nicht nur Wörter zusammen, sondern verschiedene Kulturen. Ich hoffe, ihr hattet nicht nur einen, sondern gleich mehrere interessante Einblicke in die faszinierende Welt der Übersetzung.

Bis zum nächsten Mal!

Nach oben scrollen

delicatext gmbh
Via Parco del Piano 2
CH-6596 Gordola
+41 (0)78 862 15 70
info@delicatext.ch